Frühkastration

 

 

Wir versuchen unsere Kitten ausschliesslich an verantwortungsbewusste Katzenbesitzer zu vermitteln, denen das Wohl der Katzen genauso am Herzen liegt wie uns selber. Leider ist dies manchmal nicht ganz einfach. Es ist uns sehr wichtig, dass unsere Katzenkinder ein unbeschwertes Leben führen dürfen.  

Leider gibt es aber auch die schwarzen Schafe in unseren Züchterkreisen die ihre Tiere aus rein kommerziellen Gründen decken und werfen lassen, um so ihr Geld zu verdienen. Diese sogenannten Züchter legen absolut keinen Wert auf Gesundheit, soziale Aufzucht, qualitativ hochwertiges Futter oder tierärztliche Betreuung. Die Katzenkinder werden oftmals viel zu früh abgegeben im Alter von 6-8 Wochen, die Katzenmütter werden mehrmals im Jahr eingedeckt und so zu Brutmaschinen missbraucht und die Kater dürfen meistens eingesperrt ihr dasein fristen. Es geht ihnen nur darum schnellstmöglichst viel Geld zu machen ohne dabei Rücksicht auf die Tiere zu nehmen. Besonders häufig findet man diese Züchter bei den sogenannten Moderassen wie Maine Coon, Whiskaskatzen (BKH), Persern und den Britisch Kurzhaar Katzen.  

Wir als Züchter werden oft damit konfrontiert, dass wir das Katzenelend angeblich noch vergrössern würden, indem unser Katzen auch noch im Überfluss im Tierheim landen würden und wir die Katzenpopolation nur unnötig antreiben. Das ist jedoch falsch, unsere Verträge, die wir bei jedem Kauf von einem Kitten abschliessen, mit dem neuen Besitzer, sehen vor, dass wir im Problemfalls immer die erste Adresse sein werden um ein Tier zurückzunehmen oder es weiterzuvermitteln, damit wir sicher sein können, dass keines unserer Katzenkinder im Tierheim sein muss.  

Nach reiflicher Überlegung und eingehenden Recherchen haben wir uns dazu entschlossen unsere Liebhaberkitten frühkastrieren zu lassen. Wir möchten nicht, dass wir irgendwann einmal unsere Katzenkinder in einer Hinterhof- oder Kellerzucht als profitable Gebärmaschine oder Deckkater vor sich hin vegetieren finden. Somit sind unsere Katzenkinder für sogenannte Schwarzzüchter uninteressant, da man sie nicht mehr zu Zucht reinrassiger oder Mischlingskatzen einsetzten kann.  

Lesen Sie bitte zum Thema Frühkastrationen die Ergebnisse einer Studie der amerikanischen Winn Feline Foundation. 

 

Die Ergebnisse einer Studie der amerikanischen Winn Feline Foundation: 

Dr. Thomas J. Lane ist Tierarzt an der veterinärmedizinischen Universität von Florida (Haustiere, Schweine, Alligatoren). Er ist aktiv involviert bei der Florida Animal Control Association, sowie im Vorstand des Tierschutzbundes. Dr.Lane untersucht seit Jahren die Auswirkungen der chirurgischen Frühkastration. Dieser Bericht wird aufzeigen, dass Frühkastration von männlichen und weiblichen Katzen sicher ist und keine negativen Nebenwirkungen auftreten. Es haben sich ausserdem keine statistischen Unterschiede gezeigt, ob eine Frühkastration im Alter von sieben Wochen oder sieben Monaten durchgeführt wird.

Dr. Lane’s Vortrag begann mit einer Diskussion bezüglich der realistischen Einschätzung der Fortpflanzungsmöglichkeiten von Katzen : Zwei Katzen, die acht Jungtiere pro Jahr produzieren, ergeben theoretisch ohne menschliche Intervention 800'000 Katzen in acht Jahren ! Je früher also eine Intervention bezüglich der Fortpflanzung stattfindet, desto besser .

Dr. Lane erwähnte nicht- operative Möglichkeiten mit hormoneller Geburtenkontrolle. Diese Möglichkeiten erfordern jedoch verantwortungsbewusste Katzenhaltung, da die „Anti-Katzen-Pillen“ regelmässig gegeben werden müssen. Er verglich diese Interventionen mit der Gabe von Steroid-Hormonen und Chemischen Sterilisationen (Zink Derivate). Da beide Methoden jedoch inkonsistente Resultate zeigten und ausserdem schmerzhaft für die Tiere seien, hält er diese Methoden zum jetzigen Zeitpunkt für inakzeptabel. Da alle nicht chirurgischen Eingriffe zu stark von der Zuverlässigkeit der jeweiligen Besitzer abhängig sind, sind diese Methoden für eine kontrollierte Geburtenkontrolle in der Katzenbevölkerung nicht einsetzbar.

Frühkastration verringert hormon-abhängige, medizinische Probleme, reduziert aggressives Verhalten, Urin markieren, Wildern und Verhaltenstörungen. Deshalb ist die chirurgische Sterilisation das Mittel der Wahl !

Dr. Lane kommentiert nun die Bezeichnung „Kastration“. Im Volksmund wird dies häufig nur auf Hodenentfernungen bezogen. In der Fortpflanzungs- Forschung bezieht es sich aber auf die Eierstockentfernung und auf die Hodenentfernung. Da immer noch weniger als 60% der Katzenbesitzer an Kastrationsverträge gebunden sind, bevorzugt Dr. Lane eindeutig die chirurgische Sterilisation vor einer Plazierung durch Tierheime, Züchter, Tierärzte etc.

Vorpubertäre Kastration ist definiert als Kastration vor dem Einsetzen der Fruchtbarkeit. Für Weibchen ist dies zwischen dem 4.-21. Lebensmonat, und für Männchen zwischen dem 7. -10. Lebensmonat. Dr. Lane kommentiert, dass Kastrationen und Eierstockentfernungen im Alter von 6 - 9 Monaten, wie es heute immer häufiger praktiziert wird, genaugenommen schon vorpubertäre chirurgische Eingriffe sind. Dr. Lane hebt hervor, dass Sterilisationen schon im Alter von sieben Wochen vorgenommen werden können, ohne dass nennenswerte Veränderungen in Bezug auf Erkrankungen oder das Immunsystem stattfinden. Die Frage nach einer Veränderung in der Körpergrösse von solchen frühkastrierten Katzen wurde gestellt und von Dr. Lane wie folgt beantwortet :

Durch die starke Reduktion von männlichen und weiblichen Hormonen im Organismus dieser Tiere, verlangsamt sich der Verschluss der Wachstumsfuge an den Knochen, was in einem geringfügig vergrössertem Knochenwachstum resultiert. Vor der Pubertät kastrierte Katzen können also etwas längere Knochen bekommen, als ihre unkastrierten Kollegen. Aber wie schon erwähnt, es gibt praktisch keinen medizinischen Unterschied, ob eine Katze mit sieben Wochen oder mit sieben Monaten kastriert wird.

Dr. Lane präsentierte Daten einer Studie mit 31 Jungtieren aus sieben Würfen. Diese Jungtiere hatte man in drei Gruppen unterteilt:

1. Gruppe 1 wurde mit 7 Wochen sterilisiert.

2. Gruppe 2 wurde mit 7 Monaten kastriert.

3. Gruppe 3 wurde nach dem ersten Lebensjahr kastriert.

Das spezifische Gewicht dieser Untersuchungen lag bei Messungen bezüglich des Durchmessers und des Druckes der Harnröhren, des Effektes im Verhalten (Aktivität, Spielfreudigkeit, Artikulationsverhalten, Temperament, Aggression, Verschmustheit). Es wurde ausserdem festgehalten, wann sich die Wachstumsfuge schloss (Knochenwachstum) und wie sich das Körpergewicht und speziell das Körperfett bei diesen Tieren entwickelte.

Es ergaben sich keine Unterschiede in Gruppe 1 und Gruppe 2. Diese Tatsache bedeutet, Tierärzte müssten eigentlich nicht bis zum Alter von 6-7 Monaten für die Kastration warten, wenn Jungtiere einfach und sicher im Alter von 7 Wochen kastriert werden könnten. Es sollte noch erwähnt werden, dass der Unterschied zu Gruppe 3 sich mit der Zeit ausglich.

Dr. Lane diskutierte dann die Ergebnisse des Alachua County Departements. Dieses unterhält seit 1990 ein Frühkastrationsprogramm. Bis jetzt wurden gegen 1250 Frühkastrationen vorgenommen. Es hat keine Erhöhung der Todesrate stattgefunden, hingegen ist die Anzahl der eutanasierten Katzen gefallen. Mittlerweile gib es in 24 Staaten und fünf Ländern Tierschutzorganisationen, die Frühkastrationsprogramme unterstützen.

Zusammenfassend erwähnte Dr. Lane, dass er momentan Daten für eine Langzeit-Studie sammelt, welche in fünf Jahren abgeschlossen sein wird. Bis heute gibt es kein erhöhtes Risiko von Harnröhrenproblemen, keine Narkoseprobleme, keine verminderte Knochenbelastbarkeit und keine verringerte Immunabwehr.

Dr. Lane ermunterte alle anwesenden Züchter, die Frühkastration bei ihren Liebhabertieren in Erwägung zu ziehen. Ob nun eine Rassekatze oder ein Tierheimbüsi: kann eine Katze schon kastriert ins neue Heim umziehen, ist man einen gewaltigen Schritt vorwärts gekommen in der Geburtenkontrolle von Katzen und der Übervölkerung ungewollter Katzen.

Diese Studie wurde unterstützt von der American Veterinary Medical Association Foundation und der The Winn Feline Foundation.

 

Wir hoffen Sie haben jetzt einen kleinen Einblick in die Frühkastration bekommen und verstehen auch unseren Grund, warum wir unsere Kitten frühkastrieren lassen. Es ist in keinerlei Hinsicht ein Nachteil für die Kitten.

 
 

Auf diesen Seiten können Sie sich noch weiter zum Thema Frühkastrationen informieren. Es sind Erfahrungen die gesammelt wurden.

 

Vom Tierheim Forchheim 

http://www.tierheim-forchheim.de/katzenkastration-frueh.html

 

Von Amy Stadter, Vorsitzende TICA Cats e.V.

 http://www.helkenberg-maine-coon.de/HP_2003/Health/Studie1.html

 

Vom Tierschutz Donauwörth 

http://www.tierschutz-donauwoerth.de/html/body_fruchtbar.html

 

Katzennothilfe

http://www.katzennothilfe.de/felidae/pinboard/gesundheitstipps/2.htm